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Menü-Ideen: Saisonale Inspiration mit Kalkulation

28. Sept.
4 Min. Lesezeit

Die Karte wechselt mit der Jahreszeit, das Kürbisrisotto oder der Wildschmorbraten kommt neu dazu, und der Betrieb wirkt frisch. Was dabei oft fehlt, ist der zweite Blick auf den Bon: Wie viel darf das neue Gericht kosten, damit am Ende nicht nur der Teller schön aussieht, sondern auch die Marge stimmt?

Menü-Ideen für den Herbst, den Winter oder den Sommer findet man schnell, in Kochbüchern, bei Lieferanten oder im eigenen Team. Die Kalkulation dahinter wird dagegen oft aus dem Bauch heraus gemacht: ein bisschen Aufschlag auf den Einkaufspreis, ein Blick auf die Konkurrenz, fertig. Wer die paar Rechenschritte einmal sauber macht, gewinnt eine Karte, die sich nicht nur gut anfühlt, sondern auch rechnet.


Saisonale Menü-Ideen als Ausgangspunkt

Bevor der Rechner zum Einsatz kommt, steht die inhaltliche Frage: Was passt zur Jahreszeit, zum eigenen Konzept und zum vorhandenen Wareneinkauf? Eine grobe Orientierung nach Saison hilft beim Sammeln von Menü-Ideen für saisonale Gerichte, ersetzt aber nicht die Kalkulation im nächsten Schritt.

Saison

Ideen

Hinweis zur Kalkulation

Herbst

Kürbis, Wild, Pilze, erste Maroni

Wildgerichte haben oft einen höheren Wareneinsatz, das gehört in die Rechnung

Winter

Fondue, Raclette, Schmorgerichte, Eintöpfe

Lange Garzeiten binden Küchenzeit, nicht nur Wareneinsatz

Frühling

Spargel, junges Gemüse, Bärlauch, leichte Saucen

Kurze Saison, Einkaufspreise schwanken stärker als sonst

Sommer

Salate, kalte Suppen, Gegrilltes, regionale Beeren

Tieferer Wareneinsatz, dafür oft kleinere Portionen erwartet


Die Grundlagen der Menükalkulation

Jede Menü-Idee wird erst dann zu einer Position auf der Karte, wenn klar ist, was sie kostet und zu welchem Preis sie verkauft werden soll. Zwei Begriffe stehen dabei im Zentrum: der Wareneinsatz und der Kalkulationsfaktor.


Wareneinsatz: was ein Gericht wirklich kostet

Der Wareneinsatz, international auch Food Cost genannt, ist die Summe der Einkaufspreise aller Zutaten für eine Portion, inklusive Sauce, Garnitur und Beilage. Wer nur die Hauptzutat rechnet, zum Beispiel das Stück Fleisch, unterschätzt die tatsächlichen Kosten meist deutlich, weil Butter, Öl, Gewürze und Beilagen in der Summe ebenfalls ins Gewicht fallen.


Der Kalkulationsfaktor als Faustregel

Der Kalkulationsfaktor gibt an, mit welchem Vielfachen des Wareneinsatzes der Verkaufspreis angesetzt wird. In der Schweizer Gastronomie sind Faktoren zwischen 3 und 4 verbreitet, je nach Betriebstyp, Personalkosten und Standort. Ein Faktor von 3 bei einem Wareneinsatz von CHF 4.00 ergibt einen Nettoverkaufspreis von CHF 12.00, vor Rundung und Mehrwertsteuer.


Wie die Mehrwertsteuer danach auf den Bon kommt, zeigt unser Beitrag zur MwSt im Restaurant.


Zwei Wege zum Verkaufspreis

In der Praxis haben sich zwei Rechenwege etabliert, die zum gleichen Ziel führen, aber unterschiedlich ansetzen.

Methode

Rechenweg

Wann sie sich eignet

Aufschlagskalkulation (Faktor-Methode)

Wareneinsatz mal Kalkulationsfaktor

Schneller Alltagsrechner, gut für neue Menü-Ideen im laufenden Betrieb

Zielwareneinsatz-Methode (Prozent-Methode)

Wareneinsatz geteilt durch den gewünschten Wareneinsatz-Prozentsatz

Eignet sich, wenn ein fixer Zielwert je Kategorie gilt, zum Beispiel Getränke tiefer als Küche


Rechenbeispiel: eine Menü-Idee kalkulieren

Ein Beispiel macht den Unterschied greifbar. Für ein herbstliches Kürbisrisotto liegt der Wareneinsatz bei CHF 3.20 pro Portion. Mit einem Kalkulationsfaktor von 3.5 ergibt sich ein Nettoverkaufspreis von CHF 11.20. Wird stattdessen ein Zielwareneinsatz von 28 Prozent angesetzt, liegt der Verkaufspreis bei CHF 11.43 (3.20 geteilt durch 0.28). Beide Wege landen also in einer ähnlichen Grössenordnung; welcher davon im eigenen Betrieb Standard ist, bestimmt meist die Kalkulationsvorgabe des Hauses oder des Treuhänders.


Häufige Fehler bei der Menükalkulation

Vier Punkte tauchen in der Praxis immer wieder auf:

Nur die Hauptzutat wird gerechnet, Sauce, Beilage und Garnitur fallen unter den Tisch, obwohl sie den Wareneinsatz spürbar erhöhen.

Der Wareneinsatz wird einmal berechnet und danach nie wieder angepasst, obwohl Einkaufspreise über eine Saison steigen können.

Neue Menü-Ideen übernehmen den Verkaufspreis eines ähnlichen Gerichts von der Konkurrenz, ohne den eigenen Wareneinsatz zu prüfen.

Schwund und Portionsgrössen werden nicht kontrolliert, wodurch der kalkulierte Wareneinsatz in der Küche real höher ausfällt als auf dem Papier.


Was die Kasse zur Kalkulation beitragen kann

Die Kalkulation auf dem Papier ist die eine Seite, der tatsächliche Verkauf die andere. Erst im laufenden Betrieb zeigt sich, ob eine neue Menü-Idee bei den Gästen ankommt und wie oft sie tatsächlich bestellt wird.


Ein Kassensystem wie JamWaiter führt Statistik pro Produkt, sodass sich nachvollziehen lässt, welche Position sich wirklich verkauft. Die Berichte dazu liegen im Backoffice OrderAdmin. Für die kalkulierte Marge bleibt das entscheidend: Eine gut gerechnete Menü-Idee, die niemand bestellt, hilft der Karte nicht, eine, die gut läuft, rechtfertigt bei Bedarf auch eine Preisanpassung. Wie sich die Fixkosten eines Kassensystems selbst berechnen lassen, zeigt unser Beitrag




Häufige Fragen zur Menükalkulation

Was ist der Wareneinsatz bei einem Gericht?

Die Summe der Einkaufspreise aller Zutaten einer Portion, inklusive Sauce, Garnitur und Beilage, nicht nur der Hauptzutat.

Der Faktor, mit dem der Wareneinsatz multipliziert wird, um den Verkaufspreis zu bestimmen. In der Schweizer Gastronomie liegt er meist zwischen 3 und 4, je nach Betrieb.

Die Aufschlagskalkulation multipliziert den Wareneinsatz mit einem Faktor, die Zielwareneinsatz-Methode teilt ihn durch einen gewünschten Wareneinsatz-Prozentsatz. Beide führen zu einem ähnlichen Verkaufspreis, setzen aber an unterschiedlichen Punkten an.

Immer dann, wenn sich Einkaufspreise spürbar ändern, nicht erst beim nächsten saisonalen Kartenwechsel. Sonst wandert die Marge unbemerkt nach unten.

Die Kalkulation selbst bleibt Aufgabe der Küche und der Buchhaltung. Ein Kassensystem wie JamWaiter macht über die Statistik sichtbar, welche Gerichte sich tatsächlich verkaufen, was die nächste Kalkulation fundierter macht.


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