Was kostet ein Kassensystem wirklich? So rechnest du es aus
- 9. Aug.
- 4 Min. Lesezeit
Die Frage klingt einfach und ist es nicht: Was kostet ein Kassensystem? Wer drei Offerten nebeneinanderlegt, hat drei Zahlen, die nichts miteinander zu tun haben. Die eine enthält Hardware, die andere nicht. Die dritte nennt einen Prozentsatz, aber nicht für welche Karte.
Dieser Beitrag nennt keine Anbieterpreise. Er zeigt die Rechnung, mit der du jede Offerte selbst auf eine vergleichbare Zahl bringst.
Zwei Kostenarten, die sich völlig anders verhalten
Jede Offerte besteht aus zwei Blöcken, und der ganze Vergleich hängt daran, sie sauber zu trennen.
Fixkosten fallen an, egal wie viel du umsetzt: Lizenzen, Miete oder Kauf von Geräten, Grundgebühren, Servicepakete, Mindestlaufzeiten. Sie treffen einen kleinen Betrieb härter, weil sie sich auf weniger Umsatz verteilen.
Variable Kosten fallen pro Zahlung an: ein Prozentsatz vom Betrag, oft dazu eine Fixgebühr pro Transaktion. Sie wachsen mit dem Umsatz und werden ab einer gewissen Grösse zum grössten Posten.
Daraus folgt etwas, das viele Vergleiche übersehen: Es gibt keinen Anbieter, der für alle günstig ist. Wer wenig umsetzt, sucht tiefe Fixkosten. Wer viel umsetzt, schaut auf die Sätze pro Transaktion. Zwei Betriebe an derselben Strasse können zu gegenteiligen Ergebnissen kommen.
Die Rechnung in fünf Schritten
Für jedes Angebot dieselben fünf Schritte, dann sind die Zahlen vergleichbar.
Schritt | Was du zusammenträgst | Woran du denken musst |
|---|---|---|
1. Zeitraum festlegen | Drei Jahre, nicht ein Monat. | Nur so werden Einmalkosten und Monatsgebühren gegeneinander sichtbar. |
2. Fixkosten addieren | Lizenzen, Geräte, Servicepakete, Grundgebühren, Setup. | Auch das zweite und dritte Gerät. Bei Miete die ganze Mindestlaufzeit rechnen. |
3. Zahlungsmix schätzen | Anteil Debit, Kredit, TWINT, Bargeld. | Aus der eigenen Abrechnung ablesen, nicht schätzen. Der Mix verschiebt das Ergebnis stark. |
4. Transaktionskosten rechnen | Jahresumsatz mal Satz, je Zahlungsart getrennt. | Fixgebühr pro Transaktion nicht vergessen: bei kleinem Bon wiegt sie schwerer als der Prozentsatz. |
5. Alles zusammenzählen | Summe geteilt durch Jahresumsatz. | Ergibt einen Prozentwert, mit dem sich Angebote endlich direkt vergleichen lassen. |
Die Schritte 1 und 2 kannst du direkt hier durchspielen. Der Rechner nimmt nur die Fixkosten, also den Teil der Rechnung, der unabhängig vom Umsatz anfällt.
Wo die Rechnung in der Praxis kippt
Diese Punkte tauchen in Offerten selten auf der ersten Seite auf und verändern das Ergebnis am stärksten:
Der beworbene Satz gilt für eine Kartenart. Firmenkarten, ausländische Karten und Kreditkarten liegen oft deutlich darüber. Lass dir den Satz je Kartentyp schriftlich geben.
Die Fixgebühr pro Transaktion wird unterschätzt. Bei einem Kaffee macht sie mehr aus als der Prozentsatz, bei einem Abendessen fällt sie kaum ins Gewicht.
Kasse und Zahlung sind zwei Verträge. Die Kassenofferte sieht günstig aus, weil der teurere Teil woanders steht.
Terminals werden gemietet, nicht gekauft. Über eine Mindestlaufzeit gerechnet ist das häufig der grösste einzelne Posten.
Ein zweiter Verkaufspunkt verdoppelt Lizenz und Gerät. Terrasse, Bar und der Stand am Dorffest zählen einzeln.
Saisonbetriebe zahlen zwölf Monate für eine halbe Saison, wenn sich der Vertrag nicht pausieren lässt.
Was das Ergebnis für deinen Betrieb bedeutet
Wenn du die Prozentwerte nebeneinander hast, wird die Entscheidung meist schnell klar. Zwei Muster wiederholen sich:
Bei kleinem Umsatz entscheidet fast ausschliesslich, wie viel Fixkosten du trägst. Ein günstiger Transaktionssatz rettet keine Rechnung, in der Hardware und Grundgebühren dominieren.
Bei grossem Umsatz dreht es sich um. Dann sind die Fixkosten fast egal, und wenige Zehntelprozent auf den Umsatz werden zur grössten Position im Vergleich.
Der häufigste Fehler ist, das eigene Wachstum nicht mitzurechnen. Wer in drei Jahren deutlich mehr umsetzt, entscheidet heute für den Betrieb von morgen.
Wie Jamatu in diese Rechnung passt
Wir behaupten nicht, bei jedem Zahlungsmittel den tiefsten Satz zu haben. Bei den Sätzen liegen die Anbieter nahe beieinander, und je nach Zahlungsart liegt mal der eine, mal der andere vorne.
Unser Ansatz setzt beim anderen Block an: JamWaiter läuft auf den Geräten, die im Betrieb schon vorhanden sind, es gibt keine Terminalmiete und keine Mindestlaufzeit über Monate. Damit fallen genau die Fixkosten weg, die kleine und saisonale Betriebe am härtesten treffen. Ob das für dich aufgeht, zeigt die Rechnung oben mit deinen eigenen Zahlen.
Was das System kann, steht unter JamWaiter, die Selbstbestellung unter JamOrder. Wer lieber die Kriterienliste durchgeht statt zu rechnen, findet sie im Vergleich der Kassensysteme.
Häufige Fragen
Warum nennt dieser Beitrag keine Anbieterpreise?
Weil es sie so nicht gibt. Dieselbe Software kostet je nach Betriebsgrösse, Anzahl Geräte und Verhandlung sehr unterschiedlich viel. Eine Preistabelle würde eine Genauigkeit vortäuschen, die im Markt nicht existiert.
Welchen Zeitraum soll ich für den Vergleich nehmen?
Drei Jahre haben sich bewährt. Kürzer bevorzugt Angebote mit hohen Einmalkosten, länger unterschätzt, wie schnell sich Anforderungen und Umsätze in der Gastronomie ändern.
Woher bekomme ich meinen Zahlungsmix?
Aus der Abrechnung deines bisherigen Zahlungsanbieters. Dort steht, wie viel Umsatz auf Debit, Kredit und TWINT entfällt. Diese Aufteilung ist der wichtigste Einzelwert der ganzen Rechnung.
Lohnt sich der Aufwand für einen kleinen Betrieb?
Gerade dort. Bei kleinem Umsatz machen Fixkosten den grössten Unterschied, und genau die lassen sich am einfachsten vergleichen.
Zählt nur der Preis?
Nein. Einarbeitungszeit, Support am Wochenende und ein sauberer Datenexport sind ebenfalls Kosten, sie stehen nur in keiner Offerte. Die Rechnung ist die halbe Entscheidung, nicht die ganze.



