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10 spezielle Restaurants in der Schweiz, für die sich die Anreise lohnt

13. Sept.
5 Min. Lesezeit

Es gibt Abendessen, an die man sich erinnert, weil das Essen gut war. Und es gibt die anderen: Man sitzt in einem Gasthaus, das an einer Felswand klebt. Der Tisch dreht sich langsam, und draussen ziehen zweihundert Gipfel vorbei. Oder man isst in einem Kellergewölbe, in dem vor dreihundert Jahren Korn lagerte.

Spezielle Restaurants in der Schweiz haben selten mit Sternen zu tun. Es sind Orte, bei denen die Anreise, das Gebäude oder die Idee schon das halbe Erlebnis sind. Wir haben zehn davon zusammengestellt, vom Berner Oberland bis ins Maggiatal.

Alle Angaben wurden im September 2026 geprüft. Einige Häuser sind nur saisonal offen, ein Blick auf ihre Seite lohnt sich vor der Anreise.


In den Bergen: essen mit Aussicht, die sich dreht

Die Schweiz hat eine Schwäche für Restaurants, die man nur mit der Seilbahn erreicht. Drei davon drehen sich sogar.


Piz Gloria auf dem Schilthorn

Auf 2970 Metern über Mürren dreht sich das Piz Gloria in 55 Minuten einmal um die eigene Achse. Gebaut wurde es 1969, und es gilt als erstes Drehrestaurant auf einem Berggipfel. Rund zweihundert Gipfel ziehen während des Essens am Fenster vorbei.

Berühmt wurde es durch James Bond: Hier entstanden Szenen für «Im Geheimdienst Ihrer Majestät», die Filmproduktion half sogar, den Bau fertigzustellen. Die Ausstellung Bond World erinnert daran. Die 400 Plätze stehen auf zwei solarbetriebenen Drehplattformen.

Schilthorn, oberhalb von Mürren, Berner Oberland


Drehrestaurant Hoher Kasten

Die Luftseilbahn bringt einen von Brülisau in acht Minuten auf 1794 Meter. Oben dreht sich ein Restaurant, das sich selbst als einziges Drehrestaurant der Ostschweiz bezeichnet, mit Blick über den Alpstein bis nach Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich.

Auf dem Gipfel gibt es zusätzlich einen Alpengarten, die Küche setzt auf lokale und saisonale Gerichte.

Hoher Kasten, Luftseilbahn ab Brülisau, Appenzell Innerrhoden


Rondorama auf dem Stanserhorn

Hier gehört die Anfahrt zum Programm. Zuerst mit der Standseilbahn von 1893, dann mit der CabriO, die nach eigenen Angaben weltweit einzige Doppelstock-Luftseilbahn mit offenem Oberdeck. Man steht an der frischen Luft und fährt den Berg hinauf.

Oben dreht sich das Rondorama mit einem 360-Grad-Blick auf die Alpen und zehn Seen. Es ist ein Selbstbedienungsrestaurant mit Zutaten aus der Schweiz und dem Alpenraum. Offen ist es von Mitte April bis Ende November.

Talstation Stansstaderstrasse 19, Stans


Restaurant Botta auf dem Glacier 3000

Das Restaurant auf 3000 Metern hat der Tessiner Architekt Mario Botta entworfen, es ist das höchstgelegene Restaurant im Kanton Waadt. Die Gondel braucht ab dem Col du Pillon fünfzehn Minuten.

Im vierten Stock kocht das Restaurant Spezialitäten aus Waadt, Wallis und Bern, im dritten gibt es Selbstbedienung, und die Terrasse im zweiten Stock schaut direkt auf den Gletscher.

Route du Pillon 253, 1865 Les Diablerets


Berggasthaus Aescher-Wildkirchli

Das Aescher klebt wie ein Adlernest unter einer Felswand unterhalb der Ebenalp. Es besteht seit 1846 und gehört zu den ältesten Berggasthäusern der Schweiz. National Geographic hob es 2015 als einen der schönsten Orte der Welt hervor, seither ist es alles andere als ein Geheimtipp.

Man erreicht es mit der Seilbahn von Wasserauen auf die Ebenalp und dann in rund fünfzehn Minuten zu Fuss, mitten durch die Wildkirchli-Höhlen mit Einsiedlerhütte und Freiluftkapelle. Auf dem Teller stehen Gerstensuppe, Plättli und Appenzeller Spezialitäten.

Unterhalb der Ebenalp, Appenzell Innerrhoden


Hinter alten Mauern und unter der Erde

Nicht jedes Erlebnis braucht einen Gipfel. Manchmal reicht ein Raum, der schon ein paar Jahrhunderte gesehen hat.


Kornhauskeller in Bern

Das Berner Kornhaus wurde zwischen 1711 und 1715 aus Berner Sandstein gebaut. In seinem Keller lagerten Wein und Getreide, seit 1898 wird hier gegessen und getrunken.

Der Hauptsaal zieht sich über die ganze Länge des Gewölbes, getragen von mächtigen Sandsteinpfeilern. An den Wänden hängen die Malereien von Rudolf Münger aus den Jahren 1898 bis 1901, sie zeigen Handwerk, Handel und den Alltag im alten Bern.

Kornhausplatz 18, Bern


Schlössli Wörth am Rheinfall

Das kleine Schloss stammt aus dem 12. Jahrhundert und diente jahrhundertelang als Zollhaus, seit dem 19. Jahrhundert ist es ein Gasthaus. Es liegt direkt am Rheinfall.

Durch raumhohe Fenster und von der Terrasse aus schaut man auf das Wasser, das hier herunterdonnert. Die Küche ist regional und hat einen Schwerpunkt auf Fisch.

Rheinfallquai 30, 8212 Neuhausen am Rheinfall


Grotto Pozzasc im Maggiatal

Grotti sind eine Tessiner Eigenheit: kleine Betriebe, um einen Felsenkeller gebaut, dessen Steinmauern das Innere konstant kühl halten. Serviert wird nur, was aus der Region kommt.

Das Pozzasc liegt am Fluss und war ursprünglich eine Mühle, Holz- und Steinreste davon sind noch zu sehen. Die Polenta wird täglich frisch am Feuer gekocht. Nach dem schweren Unwetter vom Juni 2024, das weite Teile des Maggiatals traf, wurde der Grotto von den Besitzern und vielen Helfern wieder aufgebaut.

Al fiume, 6695 Peccia


Wenn das Konzept das Erlebnis ist


Le Petit Chef im Hotel Hofmatt

Hier wird der Tisch zur Bühne. Per 3D-Projektion erscheint auf Teller und Tischtuch ein nur sechs Zentimeter grosser Koch, der zwischen den Gängen gegen Kraken kämpft, Feuer bändigt und Drachen zum Leben erweckt, während das echte Menü serviert wird.

Der Abend dauert rund drei Stunden. Zur Wahl stehen ein klassisches, ein vegetarisches und ein Kindermenü, gebucht wird im Voraus.

Hotel Hofmatt, Baselstrasse 88, 4142 Münchenstein


Iglu-Dorf

Im Winter entstehen in Davos Klosters, Gstaad und Zermatt ganze Dörfer aus Schnee und Eis, mit Snow-Bar, Iglu-Restaurant und Schneekunst an den Wänden. Man isst Fondue in einem Raum, der im Frühling wieder schmilzt.

Die Saison 2026/27 läuft je nach Standort ungefähr von Ende Dezember bis Anfang April. In Zermatt gibt es Käsefondue über Mittag, ab zwei Personen.

Davos Klosters, Gstaad und Zermatt, nur im Winter


Spezielle Restaurants in der Schweiz auf einen Blick

Wer spezielle Restaurants in der Schweiz vergleichen will, findet hier alle zehn mit ihrer Besonderheit und dem Ort.

Lokal

Was es besonders macht

Wo

Piz Gloria

Drehrestaurant auf 2970 m, James-Bond-Drehort

Schilthorn, Berner Oberland

Hoher Kasten

Drehrestaurant mit Blick in mehrere Länder

Brülisau, Appenzell

Rondorama

Drehrestaurant, Anfahrt mit offener Doppelstockbahn

Stanserhorn, Stans

Restaurant Botta

von Mario Botta entworfen, auf 3000 m

Les Diablerets, Waadt

Aescher-Wildkirchli

Berggasthaus unter der Felswand, seit 1846

Ebenalp, Appenzell

Kornhauskeller

Gewölbekeller von 1711 mit Wandmalereien

Bern

Schlössli Wörth

Schlösschen aus dem 12. Jahrhundert am Rheinfall

Neuhausen am Rheinfall

Grotto Pozzasc

Tessiner Grotto in einer alten Mühle

Peccia, Maggiatal

Le Petit Chef

Menü mit 3D-Projektion auf dem Teller

Münchenstein, Basel-Landschaft

Iglu-Dorf

Fondue im Iglu, nur im Winter

Davos Klosters, Gstaad, Zermatt


Sie bleiben lieber in der Stadt? Unsere Auswahl mit speziellen Restaurants in Zürich führt vom Dunkelrestaurant bis zur alten Giessereihalle.


Häufige Fragen

Was ist ein Erlebnisrestaurant?

Ein Restaurant, bei dem nicht nur das Essen zählt, sondern das Drumherum: ein besonderer Ort wie eine Felswand oder ein Gletscher, ein historisches Gebäude oder ein Konzept wie die 3D-Projektion beim Le Petit Chef. Oft ist schon die Anreise mit der Seilbahn Teil des Erlebnisses.

Drei Beispiele aus dieser Liste: das Piz Gloria auf dem Schilthorn über Mürren, das Drehrestaurant auf dem Hohen Kasten im Appenzellerland und das Rondorama auf dem Stanserhorn bei Stans.

Das Restaurant Botta auf dem Glacier 3000 liegt auf 3000 Metern und ist das höchstgelegene Restaurant im Kanton Waadt. Das Piz Gloria auf dem Schilthorn liegt auf 2970 Metern.

Nicht alle. Das Rondorama auf dem Stanserhorn ist von Mitte April bis Ende November offen, das Iglu-Dorf nur im Winter. Bei Bergrestaurants hängt der Betrieb zudem von den Bahnen ab. Vor der Anreise lohnt sich ein Blick auf die Seite des Betriebs.

Beim Le Petit Chef wird im Voraus gebucht. Beim Aescher und den Drehrestaurants ist es an schönen Wochenenden sehr voll, eine frühe Anreise oder Reservation erspart Wartezeit.


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